Ansätze für die Prävention „Altern in Gesundheit“
|
Die vielen älter werdenden Menschen bis ins hohe Alter gesund, selbstständig und aktiv zu erhalten, stellt ein hohes Ziel für die Gesellschaft und Politik dar. Eine systematisch geplante Gesundheitsförderung und Gesundheitsvorsorge während der gesamten Lebensspanne spielt dabei eine zentrale Rolle.
|
|
Herausforderungen für die Gesundheitsförderung – Erste Landeskonferenz zum Thema „Gesund Altern“ Die Landeskonferenz bildete die Auftaktveranstaltung im Rahmen des Projekts „Gesund Leben – Gesund Bleiben“ der Nachhaltigkeitsstrategie Hessen. Veranstalter waren die HAGE – Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitserziehung e. V. in Kooperation mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und dem Hessischen Sozialministerium. Die ausführliche Dokumentation der Landeskonferenz finden sie unter: www.gesund-in-hessen.info |
Im Jahr 2030 wird fast ein Drittel der deutschen Bevölkerung 65 Jahre und älter sein – in Hessen leben schon heute 1,2 Mio. Bürgerinnen und Bürger in dieser Lebensphase. Dieses sich verändernde Bevölkerungsbild stellt sowohl an das Gemeinwesen als auch an das Gesundheitssystem neue Anforderungen. Umso wichtiger ist es, sich schon heute mit dem Thema auseinanderzusetzen und beispielsweise der Frage nachzugehen, wie ältere Menschen in Zukunft mit Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention zu erreichen sind.
Krankheiten und Lebensstil
Eine optimale Prävention und Gesundheitsvorsorge muss für viele dieser Erkrankungen, die sich oft über Jahre hinweg entwickeln, weit vor Beginn des Pensionsalters ansetzen. „Gesundheit baut sich nicht im Lauf des Lebens, des Älterwerdens, ab; doch Gesundheit ist nur dort vorhanden, wo sie jeden Augenblick des Lebens neu erzeugt wird.“20 Prävention und gesundheitsfördernde Lebensstile sollen für alle Bürgerinnen und Bürger zur selbstverständlichen Norm werden.
Die häufigsten Erkrankungen im Alter (Kardiovaskuläre Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen (Diabetes-mellitus-Typ-2), Erkrankungen der Wirbelsäule, Osteoporose) sind größtenteils durch den Lebensstil beeinflussbar. Die Erkrankungen selbst sowie die Komplikationen, die sie mit sich bringen, sind v. a. durch gesunde Ernährung und körperliche Aktivitäten, insbesondere der Vermeidung von Übergewicht und Adipositas, in ihrem Verlauf zu mildern oder gar zu verhindern. Ausreichende Bewegung und gesunde Ernährung nehmen für die Fitness bis ins hohe Alter eine besondere Bedeutung ein und darauf sollte auch der Fokus einer gesundheitspolitischen Strategie ausgerichtet sein.
Hessische Projekte zum Thema gesunde Ernährung im Alter sind zum Beispiel:
Bewegung im Alter
Gleichzeitig wurden mehrere Projekte initiiert, die Bewegung im Alltag auch für ältere Menschen fördern, denn Jahr für Jahr ereignen sich in Deutschland insgesamt etwa vier bis fünf Millionen Stürze. Besonders häufig trifft es ältere Menschen: Es wird geschätzt, dass etwa ein Drittel der Menschen über 65 Jahren mindestens einmal pro Jahr hinfällt. Viele Stürze haben schlimme Folgen: Mehr als 120.000 ältere Menschen brechen sich dabei den Oberschenkel oder die Hüfte. Die Mobilität der Betroffenen ist danach deutlich eingeschränkt, die selbstständige Bewältigung des Alltags oft nur noch mit großen Einschränkungen möglich. Außerdem werden die Menschen unsicher, sie trauen sich immer weniger zu und ziehen sich sozial zurück. Experten schätzen, dass die Kosten von Stürzen bundesweit insgesamt bei etwa 1 Mrd. Euro liegen. In 80 % aller Fälle ist die Sturzursache darin begründet, dass aufgrund von Bewegungsmangel die Gleichgewichtsfähigkeit und die Muskelkraft im fortgeschrittenen Alter nachlassen. Es konnte wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass ein kombiniertes Gleichgewichts- und Krafttraining das Sturzrisiko um bis zu 50 % reduziert.
Projekte, die die Bewegung fördern sind zum Beispiel:
- Das Hessische Sozialministerium hat zusammen mit der HAGE, der hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitserziehung, und dem Apothekerverband im Herbst 2010 eine Aktion „3000 Schritte extra“ durchgeführt, um mehr Bewegung in den Tagesablauf unserer hessischen Bevölkerung zu bringen. (Siehe auch die Kapitel Lebensweisen und Umwelt, Krankheiten und Todesursachen).
- Bewegungsparcours für Senioren
- Hochbetagte in Bewegung bringen
- Vgl. Weltgesundheitsorganisation (WHO) Gesundheit 21 – Gesundheit für alle im 21. Jahrhundert Weltgesundheitsorganisation Regionalbüro für Europa, Kopenhagen, 1999.
- Deutscher Bundestag, Sechster Bericht zur Lage der älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland (2010): Altersbilder in der Gesellschaft.
- Victor v. Weizsäcker, vgl: Präsentation Fr. Dr. Ursula Lehr bei der 1. Landeskonferenz Hessen am 27.01.2011.
- Vgl. Robert Koch-Institut (RKI) (2009): Gesundheitsberichterstattung des Bundes „Gesundheit und Krankheit im Alter“.
Termine, Querverweise und Links
-
Frau Dr. Catharina Maulbecker-Armstrong
GesundheitsberichtHessen@hsm.hessen.de





