Perspektiven, Potenziale und Handlungsfelder

Perspektiven, Potenziale und Handlungsfelder

Prävention und Kuration

Im Zentrum der Weiterentwicklung des Gesundheitssystems müssten von Beginn an die Ansätze der Pathogenese zu denen der Salutogenese (nach Aron Antonowsky)26 in Beziehung gesetzt werden. Danach sollte eine Förderung der Prävention und Gesundheitsförderung  im Sinne der Salutogenese ermöglicht werden.


Das Modell der Salutogenese kann die theoretische Plattform für eine moderne Gesundheitsförderung und Prävention begründen. Durch eine Integration von psychologischen und sozialen, zielgruppenspezifischen, aber auch ökologischen Faktoren kann auch die Prävention und Gesundheitsförderung sehr viel breiter als bislang angelegt und transformiert werden. Die Präventionsangebote und die Möglichkeiten der Gesundheitsförderung müssen noch stärker als bisher an den individuellen Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet und an diese angepasst werden.

Im 1999 herausgegebenen „Bericht zur gesundheitlichen Situation von Frauen Deutschland“ heißt es im letzten Absatz, in „der Gesamtschau der untersuchten frauenzentrierten Ansätze […] kann zusammengefasst werden, dass sich die Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Aspekte für einen Vorrang der Prävention gegenüber der kurativen Behandlung, sowie der ganzheitlichen und Kräfte mobilisierenden Behandlung gegenüber dem Einsatz von Medikamenten, Geräten und invasiven Verfahren förderlich auswirkt. Von diesem Sektor können wichtige Anstöße zu einer vernünftigen, klug wirtschaftenden und humanen Weiterentwicklung des Gesundheitssystems erwartet werden“27. Dieser Gedanke gilt nach wie vor und soll weiter in die Wirklichkeit getragen werden. Auf der Grundlage dieser Daten können vielfältige Perspektiven, Potenziale und Handlungsfelder beschrieben werden.

Eine bessere Gesundheit (von Frauen und Männern) im mittleren Lebensalter setzt zwingend einen höheren Stellenwert der Gesundheitsförderung im Kindes- und Jugendalter voraus. Auf diesem Gebiet müssen Ressourcen bereitgestellt werden, um gesundheitsförderndes Verhalten zu prägen. Die Hessische Landesregierung sieht in der frühen Gesundheitsförderung im Setting Kindertagesstätte und Schule nicht nur die frühe gesunde Verhaltensbildung, sondern auch das Potenzial einer Gesundheitsplattform für sonst nur schwer erreichbare Erwachsene.

 

Ausgehend von dem Wissen um die Gestaltbarkeit der Kindertagesstätten zu gesundheitsfördernden Lebenswelten über die Kinder, Eltern – teils auch Großeltern – und Beschäftigten bieten die Kindertagesstätte und die Schule eine gute Kontakt- und Kommunikationsplattform für Angebote der Gesundheitsförderung und Primärprävention in allen Lebensphasen. Wie im Regierungsprogramm für die Legislaturperiode 2009 bis 2014 vereinbart wurde, ist ein Netz von Familienzentren in Hessen innerhalb der nächsten fünf Jahren aufzubauen. Diese können dann als Kommunikationsplattform zur Förderung eines gesunden Lebensstils, bei Kindern und Eltern, eingesetzt werden.

 

 


  1. Vgl. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Band 06: Was erhält Menschen gesund? Antonovskys Modell der Salutogenese. (www.bzga.de/botmed_60606000.html) abgerufen am 9. April 2011.
  2. Bundesministerium für Jugend, Familie, Senioren und Frauen. Bericht zur gesundheitlichen Situation von Frauen in Deutschland, Verbundprojekt - Frauengesundheit in Deutschland, Kohlhammer, Berlin 1999. 

 

 

 


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