Zielsetzung und Grundlagen
Mit dem Gesundheitsbericht Hessen stellt die Hessische Landesregierung den Gesundheitsstand der hessischen Bevölkerung dar und leitet daraus Handlungsempfehlungen für die Prävention und Gesundheitsförderung ab. Mit dieser Zielsetzung wurde bereits der vorige Bericht aus dem Jahre 2001 erstellt. Völlig verändert ist im Gesundheitsbericht Hessen jedoch die Datengrundlage und damit die Differenziertheit der Darstellungen wie auch die Zielgenauigkeit der Handlungsempfehlungen.
Als erster Gesundheitsbericht eines Bundeslandes nutzt der Hessische Gesundheitsbericht Daten gesetzlicher Krankenkassen über das Vorkommen diagnostizierter chronischer Krankheiten in der hessischen Bevölkerung. Es handelt sich hierbei um Daten, die im Rahmen des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs (Morbi-RSA) für den finanziellen Ausgleich zwischen Kassen mit unterschiedlichem Krankheitsstand ihrer Versicherten genutzt werden. Erfasst sind dort die Krankheitsrisiken der gesetzlich Krankenversicherten anhand von 80 ausgewählten Krankheiten in 106 Morbiditätsgruppen unter Berücksichtigung von Alter und Geschlecht. Auf dieser Datengrundlage stellt der Hessische Gesundheitsbericht die häufigsten Krankheiten und deren Verläufe in den drei Lebensphasen Kindheit und Jugend, Erwachsenenalter sowie Seniorenalter dar. Altersdifferenzierte Gesundheitsstatistiken erlauben auch eine Altersdifferenzierung der Handlungsempfehlungen. So ist es möglich, konkrete Präventionspläne getrennt nach den Lebensphasen zu erarbeiten. Die in diesem Bericht dargestellten Daten und Informationen sind die Grundlage, um Handlungsempfehlungen für die Prävention und Gesundheitsförderung des Landes Hessen abzuleiten.
Daraus können nun zielgerichtet Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention entwickelt werden. Dabei muss sich an einer gesunden Kindheit und Jugend, einem gesund Bleiben in mittleren Jahren und einem gesunden Altern orientiert werden. Durch die Morbi-RSA-Daten des Jahres 2009 wird ersichtlich, wann und bei wem welche Gesundheitszustände diagnostiziert werden. Dadurch wird deutlich, wann und mit welchem Vorlauf eingegriffen werden sollte, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen, den Ausbruch zu verzögern oder gar zu verhindern. Projekte und Programme der Prävention und Gesundheitsförderung gewinnen mit dieser altersbezogenen Zielorientierung, die durch den Gesundheitsbericht Hessen ermöglicht wird, an Erfolgsaussichten. Da die Gesundheitsrisiken innerhalb der Altersgruppen nicht homogen sind, ist aber nach wie vor ebenfalls nach Lebensstil und Lebenswelt zu differenzieren. Die Risikofaktoren lassen sich im Wesentlichen in die Verhaltensbereiche Ernährung, Bewegung, psychische Gesundheit und Selbstwahrnehmung sowie Suchtmittelmissbrauch gliedern. Vor diesem Hintergrund wurde die Struktur des Gesundheitsberichts Hessen erarbeitet.